|
|
Die Psychologen Prof. Janet Polivy und Prof. Peter Herman von der Universität Toronto (Kanada) haben eine Untersuchung zu diesem Thema durchgeführt. In der Psychologie geht man heute davon aus, das Verhalten, das nicht belohnt wird, irgendwann verkümmert. Umso erstaunlicher ist z.B. der ständig erneuerte Versuch einer gescheiterten Diät. Verantwortlich dafür ist das „False-Hope-Syndrom“ , so fanden die Forscher heraus, bei dem wir Menschen mit übersteigerten Hoffnungen und zu hoch gesetzten Zielen an Vorsätze herangehen. Wir überschätzen dabei unsere Fähigkeiten und unterschätzen den Aufwand und die Ausdauer, die für die gewünschten Veränderungen erforderlich sind. Viele kennen das zum Beispiel vom jedes Jahr erneut gefassten Vorsatz das Rauchen aufzugeben. Ein paar Wochen gelingt es uns, von den Glimmstängeln zu lassen, doch schon bald greifen wir wieder zur Zigarette und der gute Vorsatz wird schnell vergessen.
Die Erfahrung des „False-Hope-Syndroms“ machen auch wir Psychologischen Berater in unseren Sitzungen. Es fehlt den Klienten nicht unbedingt an geeigneten Zielen, die sie erreichen möchten, sondern es gelingt ihnen nicht diese umzusetzen. Sie unterschätzen, wie viel Arbeit und Mühen es kostet an sich selbst zu arbeiten, Gewohnheiten und Verhalten zu ändern. Ein gutes Coaching wird genau dort ansetzten und gemeinsam mit dem Klienten herausarbeiten, wo die tatsächlichen Fähigkeiten und Ressourcen des Klienten liegen. Dann gilt es das vielleicht unrealistische Ziel zu modifizieren, manchmal auch zu revidieren und große Ziele in viele kleine Teilziele zu zerlegen.
Je schneller die Verhaltensänderungen durch das erreichen kurzfristiger Teilziele belohnt werden, desto größer ist auch die Chance einer dauerhaften Verhaltensänderung... Die psychologische Beratung unterstützt diese Prozesse und hilft dem Klienten durchzuhalten.
&C Marc-Alexander Wirth Dipl. - Freizeitwissenschaftler (FH) psychologischer Berater
|